Hoch hinaus ging es am Samstag für eine Gruppe von Stadtverordneten und vom Vorstand der Friedberger GRÜNEN: Vor drei Wochen waren sie an der Stadtkirche von Stadtführerin Dr. Doris Jensch auf einige Besonderheiten des Glockenturms und der Türmerstube aufmerksam gemacht worden. Spontan entstand die Idee, diese besonderen Orte zu besuchen und mehr über ihre Geschichte zu hören. Da es in dem um 1400 errichteten Turm derzeit keine regulären Turmführungen geben kann, mussten eine Sondergenehmigung erbeten und gefährliche Stellen im Vorfeld gekennzeichnet werden.
Vor der eigentlichen Führung ging es ans Putzen: Bürgermeisterkandidat Markus Fenske, Christoph Gruß und Dr. Martin Saltzwedel trafen sich zunächst mit Kirchenvorsteher Christoph Gaukel. Gemeinsam mit Jensch befreiten sie den Aufgang, die Türmerstube und die darunter liegende Zwischendecke von etwa 10 kg Staub und Schmutz.

Nun konnte die eigentliche Führung beginnen, zu der auch Beate Neuwirth, Paul Gebelein und Landratskandidat Thomas Zebunke hinzukamen. Zunächst erläuterte Jensch die Geschichte des Turmes, für dessen Bauunterhaltung bis 1995 die Stadt Friedberg zuständig war. Der Türmer war nämlich Angestellter der Stadt. Die Sturmglocke, mit deren Anschlag er vor Gefahren warnte, war ebenfalls städtisch. Als 1881 der letzte Türmer gestorben war, wurde das Türmeramt abgeschafft. Die Stadt hatte erkannt, dass es modernere Methoden des Katastrophenschutzes gab. Außerdem galt die Türmerwohnung auch damals schon nicht mehr als menschenwürdiges Wohnen. Allerdings gab es 1882 eine Unterschriftensammlung: 409 Bürger der Stadt sprachen sich gegen die Abschaffung des Türmeramtes aus. Jensch meinte dazu: „Es ist Menschen gefühlsmäßig schon immer schwergefallen, Gewohntes zu ändern, auch wenn es noch so sinnvoll sein kann.“
Über hundert Jahre lang blieb die Stadt dann noch für den Turm verantwortlich, bis sie die Baulast für 2,2 Millionen DM ablöste.
Jensch holte den dicken Turmschlüssel hervor. Gemeinsam ging es die 184 Stufen hinauf – mit ein paar kurzen Erläuterungen zu den 8 Glocken – bis zur Türmerstube. Von deren niedrigen Decken, der winzigen Fläche und dem mühsamen Zugang konnten sich die Teilnehmer*innen nun selbst überzeugen. Der anstrengende Aufstieg wurde belohnt durch einen großartigen Blick über Friedberg bei strahlendem Sonnenschein.
Beim Blick auf das Dach des ehemaligen Kaufhauses JOH drückte Markus Fenske seine Hoffnung aus, dass diese schmerzliche Lücke in Friedberg bald mit neuem Leben gefüllt wird. „Die Kombination von Ladenfläche, Büros und Wohnungsbau verspricht viel Gutes für Friedberg.“ Aus der Turmperspektive ließ sich auch gut ermitteln, wo noch Bedarf an mehr Grünflächen in der Stadt besteht.
Die Friedberger GRÜNEN bedanken sich ganz herzlich beim Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Friedberg, der diese Aktion ermöglicht hat.


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