Grüne Friedberg zu Besuch in der Passivhaussiedlung in Ossenheim Christoph Gruss

Besuch in Friedberger Passivhaussiedlung wirft Fragen auf: Was bringt Friedberg eine energetische Bauweise?

Zusammenfassung des Texts in einfacher Sprache: In Friedberg gibt es eine Siedlung mit besonderen Häusern, die sehr wenig Energie verbrauchen. Deshalb heißen sie Passivhäuser. Die Grünen haben diese Siedlung besucht. Die Bewohner nennen sie “Lummerlund”. Sie erzählen, dass sie sehr zufrieden mit ihren Häusern sind. Die Gebäude sind gut isoliert und haben ein gutes Raumklima. Einige haben sogar Sonnen-Energie-Anlagen, die Strom produzieren. Warmes Wasser bekommen die Häuser von Sonnen-Wärme-Anlagen auf den überdachten Stellplätzen ihrer Autos. Die Passivhäuser haben keine Heizung. Im Winter werden sie mit Nahwärme versorgt. Der Grüne Bürgermeisterkandidat Markus Fenske möchte in Friedberg nur noch solche Häuser bauen lassen. Das schont die Umwelt und spart viel Geld. Auch die alten Häuser sollen so verändert werden, dass sie wenig Energie verbrauchen. Deshalb ist sehr wichtig, dass für Friedberg schnell ein Wärmeplan erstellt und umgesetzt wird.

Aktuell fragen sich viele Menschen, wie es mit der Energieversorgung und der Preisentwicklung für Wärme und Strom weitergeht. In der Passivhaussiedlung Lummerlund in Ossenheim sieht man die aktuellen Preissteigerungen für Energie hingegen entspannt. Mit Blick auf die Bebauung des Kasernengeländes und die Neugestaltung der Kaiserstraße haben sich die Grünen mit den Menschen, die dort seit über 20 Jahren leben, ausgetauscht. 

Was ist so interessant am Passivhaus?

Um es warm zu haben, brauchen wir Energie. Bei herkömmlichen Gebäuden verursacht Wärmeerzeugung einen hohen Verbrauch an Energie und dieses ist ein erheblicher Umwelt- und Kostenfaktor. Doch es geht auch anders: Durch eine bessere Wärmedämmung, bessere Fenster und vor allem eine Komfort-Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verbleibt die Wärme im Haus und es wird weniger Energie verbraucht. Nur in den kältesten Wochen im Winter muss ein wenig zugeheizt werden. So bleiben Verbrauch und Kosten deutlich geringer. Passivhäuser dürfen nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr benötigen, das ist weit unter dem Schnitt moderner Wohnhäuser.

Dachbegrünung

Warum gibt es so wenig Passivhäuser, obwohl sie viele Vorteile haben?

Obwohl der Passivhausstandard seit 25 Jahren besteht, hat er sich bisher kaum durchgesetzt. Gas und Öl waren billig und ein lukratives Geschäftsmodell – ohne Blick auf die Folgen für Menschen und Umwelt. Im Gegenteil: Passivhäusern wurden fälschlicherweise viele Nachteile zugeschrieben. Von den Vorteilen überzeugten sich die Grünen mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Markus Fenske in Ossenheim.

Frankfurt ist erheblich weiter: Weltweit erstes Krankenhaus in Passivhaus-Bauweise

Andere Städte, auch Frankfurt, sind beim Thema Passivhaus wesentlich vorausschauender und schreiten seit Langem vorbildlich voran. Seit 15 Jahren dürfen in Frankfurt städtische Bauten nur im Passivhausstandard erbaut werden. Mittlerweile mehr als 6.000 Wohneinheiten sind in Frankfurt in Passivhaus-Bauweise errichtet worden. Aktuelles Beispiel ist das Klinikum Frankfurt Höchst. Es ist weltweit das erste Krankenhaus in Passivhaus-Bauweise. Bei ca. 6 % Mehrkosten gegenüber einer herkömmlichen Bauart wird es mehr als 75 % Energie im Vergleich zum Altbau einsparen und 50 % zum konventionellen Neubau. Bereits 2015 hat Frankfurt außerdem mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG ein erstes Mehrfamilienhaus als Energie-Plus-Haus in der Speicherstraße errichten lassen.

Vorbild Passivhaussiedlung Lummerlund in Friedberg Ossenheim 

Seit 20 Jahren leben und arbeiten Mitbürger*innen in Ossenheim bereits in ihren Passivhäusern und fühlen sich dort sehr wohl. Die Siedlung besteht aus 10 Reihenhäusern und 14 Doppelhäusern. Durch vorelementiertes Bauen blieben die Baukosten besonders niedrig. Im Unterschied zum „Normalhaus“ wird das Passivhaus grundlegend isoliert, Kältebrücken werden gezielt vermieden. Dadurch entsteht ein einheitliches Raumklima im ganzen Haus. Einhellige Meinung der Bewohner*innen: Das ist deutlich angenehmer als in einer klassisch geheizten Umgebung. 

Die Häuser in der Passivhaussiedlung Lummerlund besitzen keinen eigenen Heizungskessel, sondern werden zentral über ein kleines Nahwärmenetz versorgt. Vom Frühjahr bis zum Herbst produziert eine gemeinschaftliche Solarthermieanlage auf den Carports Wärme für den Brauchwasserbedarf. Erdgas wird in dieser Zeit fast gar nicht benötigt. Im Winter wird über eine Gasheizung im zentralen Technikhaus ein wenig zugeheizt und über die Lüftungsanlage in die Häuser verteilt. Die jährlichen Gaskosten sind im Vergleich zu konventionellen Häusern mit ca. 200-400 Euro pro Haus, je nach Nutzungsverhalten, sehr gering. 

Die Luft wird durch eine aktive Lüftungsanlage beständig ausgetauscht und sorgt für eine optimale Luftqualität in den Räumen. So wird die Luftfeuchtigkeit reguliert und damit potenzielle Schimmelbildung automatisch vermieden. Über den Lufttauscher bleibt die Wärme der abgeführten Luft im Haus, nichts geht verloren. Natürlich können – wie bei jedem anderen Wohnhaus – die Fenster geöffnet werden. Fotovoltaik auf einzelnen Häusern reduziert zudem die Stromkosten.

Großer Spareffekt für Friedberg durch energetische Bauweise und Sanierung 

Der Bürgermeisterkandidat der Grünen, Markus Fenske, bringt es auf den Punkt: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Friedberg die notwendigen energetischen Maßnahmen zur CO2-Reduktion und zur Schonung der Umwelt ergreift. Dazu gehört auch die Förderung von Passivhäusern und die Schaffung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Wohnstruktur für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Nichtverbrauch ist die beste und effizienteste Lösung für uns alle. Die Zeit für nachhaltiges Bauen und Wohnen ist jetzt gekommen, und Friedberg hat die Chance, bei der Entwicklung der Kaserne eine Vorreiterrolle einzunehmen.”

In der Kombination mit Fotovoltaikanlagen werden aus Passiv-Häusern sogar Plus-Energie-Häuser. „Durch wegfallende Energiekosten geschieht das kostenneutral. Auf Dauer führt dies zu weiteren deutlichen Einsparungen. Damit können sogar Einnahmen aus dem Solarstromüberschuss generiert werden“, so der Grüne Kandidat. Fenskes Ziel: sich ganz im Sinne der Bürger*innen für die Umsetzung einzusetzen. In seiner Vorstellung sollen städtische Bauten nur noch im Plus-Energie-Standard entstehen und Bestandsgebäude endlich energetisch saniert werden.

Kommunaler Wärmeplan – Herausforderung und Chance

Dabei wird der kommunale Wärmeplan eine wichtige Rolle spielen, denn ab 2024 ist Friedberg verpflichtet, diesen auszuarbeiten und aufzuzeigen, wie die Stadt bis spätestens 2045 klimaneutral wird. Das Friedberger Stadtparlament hat auf Antrag der Grünen im Februar beschlossen, diesen Wärmeplan so schnell wie möglich zu erstellen.

Markus Fenske freut sich mit seinem Grünen Team darauf, den anstehenden Wärmeplan nicht nur aufzusetzen, sondern ihn nach seiner Wahl zügig zum Wohle aller umzusetzen.

Der Wärmeplan spielt auch bei der Entwicklung der Kaserne eine wichtige Rolle. Leider sind dort die Einflussmöglichkeiten beschränkt, nachdem die Stadt Friedberg auf Antrag des Bürgermeisters mit Unterstützung der Mehrheit des Stadtparlaments auf das Erstzugriffsrecht für das Kasernengelände verzichtet hat. Angetreten war Antkowiak bei der letzten Wahl mit der Aussage, dass der Erstzugriff der richtige Weg sei, da nur so Friedberg das Heft des Handelns in der Hand halte.

Markus Fenske ist sich sicher: „Mit der Neubebauung des Kasernengeländes bietet sich für Friedberg die einmalige Chance, ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen und Wohnen zu realisieren. Die Stadt hat die Verantwortung, die Investoren zu einer Umsetzung von Passivhaus-Standards und anderen energetischen Maßnahmen zu motivieren und entsprechende Vorgaben zu machen.“ 

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