Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung hat sich erfolgreich für eine deutliche Erhöhung der Zuschüsse für die Musikschule in den kommenden zwei Jahren eingesetzt, die mehrheitlich mit den Stimmen von Bündnis90/Die Grünen, SPD, Die Linke und FW/UWG beschlossen wurde. Diese Maßnahme soll die finanzielle Stabilität der Einrichtung sichern, die aufgrund des sogenannten „Herrenberg-Urteils“ vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht.
Wie an vielen deutschen Musikschulen waren zahlreiche Lehrkräfte der Musikschule Friedberg bislang lediglich Honorarkräfte. Das Urteil führt dazu, dass eine selbstständige Lehrtätigkeit an Bildungseinrichtungen nicht mehr rechtssicher möglich ist. Andere Musikschulen, wie zum Beispiel die Musikschule Frankfurt, haben diesen Schritt bereits in den 1990ern Jahren vollzogen. Für die Musikschule Friedberg führt das zu einer Mehrbelastung von jährlich etwa 100.000 Euro. Michaela Schremmer, Mitglied des Jugend-, Sozial-, Sport-, Senioren- und Kulturausschusses (JSSSK), betont: „Die Musikschule ist weit mehr als eine Einrichtung zur Förderung eines Hobbys. Sie ist ein essenzieller Bildungsort, der nachweislich zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.“
Kevin Burg, Leiter der Musikschule, unterstreicht die Bedeutung der Einrichtung: „Wir bieten ein breites Spektrum von 30 Fächern für alle Altersklassen ab drei Monaten und wirken auch in die Friedberger Schulen hinein. Unsere Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur musikalischen Bildung in unserer Stadt. Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei allen Fraktionen, die die Erhöhung des Zuschusses möglich gemacht haben.“
Die finanzielle Unterstützung durch Kreis und Land fällt bisher gering aus. Markus Fenske, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erklärt: „Mit unserem Einsatz für eine Erhöhung der Zuschüsse wollen wir sicherstellen, dass die Musikschule ihr vielfältiges Angebot aufrechterhalten und weiterentwickeln kann. Musikalische Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur und muss für die Familien bezahlbar bleiben. Bildung ist aber Ländersache – wir sehen hier auch Kreis und Land in der Pflicht, die Zuschüsse in den kommenden Jahren zu erhöhen.“
In der Stadtverordnetenversammlung nimmt Fenske die Kritik der FDP-Fraktion auf: „Wir sehen auch, dass wir politisch diskutieren sollten, wie besonders diejenigen Familien unterstützt werden können, die sich das Angebot der Musikschule nur schwer oder überhaupt nicht leisten können. Kommunale Zuschüsse sollten in Zukunft gezielter vergeben werden; wie genau das möglich ist, das ist in den kommenden zwei Jahren fraktionsübergreifend zu besprechen.“
Die Grünen-Fraktion sieht in der Sicherung der Musikschule eine Investition in die kulturelle und bildungspolitische Zukunft Friedbergs und wird die Entwicklung der Einrichtung weiterhin aufmerksam begleiten.
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