Lehren aus der Hochwasser-Katastrophe:
Vor ziemlich genau sechs Wochen zerstörte das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche, richtete immense Schäden an und kostete sogar Menschenleben. Die Katastrophe beschäftigt auch viele Friedbergerinnen und Friedberger: Etliche spendeten für die Hochwasser-Opfer oder leisten sogar Unterstützung vor Ort.
Der neue Bericht des Weltklimarats bestätigt einmal mehr, dass der menschengemachte Klimawandel schneller voranschreitet als bisher gedacht und dass damit extreme Wetterlagen wahrscheinlicher werden – auch hier bei uns in Friedberg. Die verheerenden Folgen von Starkregenfällen werden begünstigt durch die Begradigung von Flüssen, wie sie in der Vergangenheit auch in der Wetterau praktiziert wurden, und durch eine zunehmende Flächenversiegelung.
Was getan wurde und noch getan werden muss, um Friedberg vor Auswirkungen solcher Hochwasser zu schützen, darüber hat die Wetterauer Zeitung am 19. August berichtet. Die Forderungen der Grünen gehen über den reinen Hochwasserschutz hinaus: „Auch in Friedberg müssen Klimaschutzanpassungsmaßnahmen getroffen werden, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen“, fordert der Grüne Stadtverordnete Pascal Miller und ergänzt: „Ein Baustein der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung ist der Erhalt von Versickerungsflächen für Regenwasser, was eine Neuversiegelung von Flächen, wie sie in Friedberg weiterhin z.B. im Bereich der Schlammteiche in Fauerbach geplant werden, ausschließt“.
Die Grünen fordern, Bauaktivitäten in Friedberg auf das ohnehin bereits versiegelte Kasernengelände sowie auf Nachverdichtung im Innenstadtbereich zu beschränken. Dringend zu prüfen ist darüber hinaus, wie die Friedberger Kanalisation auf Starkregenfälle vorbereitet ist, und gegebenenfalls sind zeitnah Anpassungen am Kanalnetz vorzunehmen.
„In diesem Zusammenhang wird man auch über die Einführung eines Trennsystems bei der Entwässerung nachdenken müssen“ führt der Fraktionsvorsitzende Markus Fenske aus.
„Wir begrüßen es sehr, dass sich auch andere Fraktionen Gedanken um den Hochwasserschutz machen“.
Des Weiteren ist eine Aufklärung der Bevölkerung wünschenswert. Stefan Nawrath vom BUND unterstützt diese Forderung: „Jeder und jede hat die Möglichkeit, auf dem eigenen Grundstück etwas für das Wassermanagement zu tun: Regenwasser sammeln, die Dächer begrünen, auf Flächenversiegelung verzichten, damit Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern kann. Das verhindert, dass die Kanäle überlaufen. Auch die Kommune muss tätig werden und sollte Förderprogamme einrichten, die das Engagement der Bürger*innen unterstützen. Außerdem muss sie mit gutem Beispiel vorangehen und Maßnahmen ergreifen, um Regenwasser zurückzuhalten und möglichst rasch in den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen, etwas durch Dachbegrünungen auf kommunalen Gebäuden, Versickerungsmulden und die zusätzliche Anlage von Grünflächen. Der erste Schritt ist jedoch eine Vermeidung von zusätzlichen Flächenversiegelungen.“

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