Fünf-Sterne-Hotel aus Sand für bedrohte Wildbienen

Beate Neuwirth, Michael Vomberg und Uschi Kniehs freuen sich über das entstehende Sandarium

Ein kleines Schaubiotop in Bauernheim

In dieser Woche entsteht unterhalb des Friedhofs das erste Sandarium in Bauernheim. Nach einem Antrag vor vier Jahren im Ortsbeirat hat die Stadt Friedberg nun die Firma Stipp mit den Bauarbeiten beauftragt. Die Steinmauern wurden gesetzt und die Fläche für das Verfüllen vorbereitet. „Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt. Die Stelle ist sonnig und windgeschützt“, sagt Beate Neuwirth.

In den nächsten Tagen wird ein spezielles Lehm-Sandgemisch eingefüllt. Über den Winter kann es sich setzen und verdichten, sodass die Brutgänge im nächsten Jahr nicht einbrechen. Ab März können die Weibchen dann ihre bis zu 30 cm tiefen Gänge graben, um Eier und Pollen einzulagern. Aus dem Pollenpaket frisst die Larve, spinnt einen Konkon, entwickelt sich über Winter zur Biene und fliegt erst im nächsten Frühjahr aus.

„Schon im März kommen die Sandbienen, im Mai die Hosen- und Furchenbienen, danach weitere Arten und Nachzügler“, freut sich Michael Vomberg.

Uschi Knihs erinnert an den ursprünglichen Anlass für dieses Vorhaben: „Von den über 500 in Deutschland lebenden Wildbienenarten ist bereits die Hälfte vom Aussterben bedroht. Die überwiegende Zahl dieser Arten nistet nicht in Pflanzenresten oder den vielerorts angelegten Insektenhotels, sondern in unterirdischen Höhlen im offenen Boden. Ein Sandarium ist deshalb ein hilfreicher Beitrag.“

Für die Bauernheimer Grünen ist der Standort im Dreieck Friedhof-Park-Spielplatz gut ausgewählt: „Hier entsteht nicht nur ein Nistplatz, sondern auch ein ‚Lehr-Biotop‘, an dem Kinder die Erd- und Sandbienen aus nächster Nähe beobachten können“, sagt Katrin Peters.


[Text in einfacher Sprache:]

Ein neues Sandarium in Bauernheim

In Bauernheim entsteht ein neues Sandarium. Ein Sandarium ist ein besonderer Platz für Wild-Bienen. Die Stadt Friedberg hat den Bau beauftragt.

Die Bau-Arbeiten haben schon begonnen. Die Stein-Mauern stehen schon. Jetzt füllen Fach-Leute ein Gemisch aus Sand und Lehm ein.

Der Sand und der Lehm setzen sich über den Winter. So bleiben die Gänge für die Bienen stabil. Im Frühling graben die Bienen ihre Nist-Gänge.

Die Nist-Gänge liegen unter der Erde. Die Bienen legen dort Eier und Pollen ab. Pollen ist ein wichtiges Futter für die Bienen. Aus den Eiern entwickeln sich neue Bienen.

Schon im Frühling kommen verschiedene Wild-Bienen zum Sandarium. Dazu gehören Sand-Bienen, Hosen-Bienen und Furchen-Bienen. Das Sandarium hilft den Wild-Bienen.

Viele Wild-Bienen finden nur schwer einen Platz zum Nisten. Viele Wild-Bienen bauen ihre Nester in der Erde. Insekten-Hotels helfen diesen Bienen oft nicht.

Das Sandarium bietet ihnen einen passenden Nist-Platz. Der neue Platz liegt bei Friedhof, Park und Spiel-Platz.

Kinder können dort die Wild-Bienen beobachten. Das Sandarium ist deshalb auch ein Lern-Ort.

Bürgerinnen und Bürger diskuti…