In Friedberg und an zahlreichen anderen Orten in Deutschland haben sich am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober unter dem Motto „Es brennt“ Menschen zu Menschenketten zusammengeschlossen: Sie setzten damit ein Zeichen für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und gemeinsames Handeln. In Gesprächen während der Aktion und aus Kommentaren in Social Media wurde deutlich: Klimaschutz und gesellschaftlicher Zusammenhalt beginnen vor Ort. Ein Baustein dafür ist mehr Grün in unseren Städten.
Wie groß die Wirkung von Schatten sein kann, zeigen Temperaturmessungen, die eine Gruppe der Friedberger Grünen am 10. Juli 2026 an verschiedenen Orten in Friedberg durchgeführt haben. Gemessen wurde jeweils mit zwei Thermometern in direkter Sonne und im Schatten. An den Messpunkten lagen die Oberflächentemperaturen im Schatten durchschnittlich bei rund 31 Grad, in der Sonne bei rund 44 Grad.
Besonders deutlich war der Unterschied an der Mainzer-Tor-Anlage: Unter großen Bäumen wurden auf dem Schotter durchschnittlich 28,5 Grad gemessen, auf dem offen liegenden Schotter 45,5 Grad. Am Europaplatz standen 32 Grad im Schatten 46,5 Grad auf der besonnten Fläche gegenüber. Auf dem Burgfeld wurden selbst im Schatten noch durchschnittlich 35,5 Grad gemessen.
„Unsere Messungen zeigen sehr anschaulich, was viele Menschen an heißen Sommertagen bereits spüren: Bäume sind Friedbergs natürliche Klimaanlage“, erklärt Dr. Doris Jensch, die sich seit vielen Jahren für Klima-, Umwelt- und Bodenschutz in Friedberg einsetzt. „Wo große Baumkronen Schatten spenden, heizen sich Oberflächen deutlich weniger auf. Wo Schatten und Grün fehlen, wird der Aufenthalt an heißen Tagen schnell zur Belastung und schlimmstenfalls zur Gefährdung.“
Die Ergebnisse passen zu Erkenntnissen der Stadtklimaforschung. Stadtbäume kühlen durch Beschattung und Verdunstung. Ihre Leistungen hängen unter anderem von Alter, Größe, Vitalität und Standortbedingungen ab. Große, ältere Bäume sind deshalb besonders wertvoll und können durch junge Bäume nicht unmittelbar ersetzt werden.
Für die Grünen folgt daraus eine doppelte Aufgabe: Wo stark versiegelte öffentliche Räume wenig Schatten bieten, sollten zusätzliche Bäume und Grün geschaffen werden. Gleichzeitig gilt es, vorhandene große und gesunde Bäume zu erhalten und gute Bedingungen für Neupflanzungen zu schaffen. Ausreichender Wurzelraum, Wasser und möglichst wenig versiegelte Standorte sind dafür wichtige Voraussetzungen. Straßen und Plätze sollten als Verkehrsraum, Aufenthaltsort und Raum für Klimaanpassung gemeinsam gedacht werden.
„Neupflanzungen allein reichen nicht“, betont Dr. Michael Vomberg. „Wir müssen auch dafür sorgen, dass aus einem jungen Baum ein großer, gesunder Stadtbaum werden kann. Klimaanpassung ist kein Luxusprojekt, sondern langfristige Vorsorge für die Lebensqualität in Friedberg.“
Jetzt im Herbst bietet sich die Gelegenheit, geplante Pflanzungen voranzubringen. Für viele Gehölze sind die Herbstmonate eine günstige Pflanzzeit. Die Grünen werben deshalb für einen breiten politischen Konsens: Stadtgrün, gute Bedingungen für Stadtbäume und der Schutz wertvoller Bestandsbäume sollten bei der Entwicklung von Straßen und Plätzen selbstverständlich mitgedacht werden. Jetzt sollte geprüft werden, welche bereits geplanten Pflanzungen in Friedberg in den kommenden Wochen umgesetzt werden können.
„Bäume schaffen Schatten und tragen dazu bei, dass unsere Straßen und Plätze auch an heißen Tagen Orte bleiben, an denen Menschen sich gerne aufhalten und begegnen“, fasst Dr. Jensch zusammen. „Sie sind ein wichtiger Baustein für die nötige Klimaanpassung. „Es brennt“ hat wieder einmal klar gezeigt, dass sich viele Menschen – egal welchen Alters – für ein lebenswertes Friedberg einsetzen. Das macht Mut. Wir müssen das Anliegen von Klimaschutz und Klimaanpassung politisch unterstützen. Jeder Baum zählt.“
[Text in einfacher Sprache:]
Aktion am 3. Oktober
Am 3. Oktober haben Menschen in Friedberg und anderen Orten eine Menschen-Kette gemacht. Sie wollen die Natur schützen.
Sie sagen: Wir müssen zusammen handeln. Viele sagen: Klimaschutz beginnt vor Ort. Mehr Grün in der Stadt hilft dabei.
Temperatur-Messungen in Friedberg
Am 10. Juli 2026 haben die Grünen in Friedberg Temperaturen gemessen.
Sie haben zwei Thermometer benutzt. Ein Thermometer war in der Sonne. Das andere war im Schatten.
Sie haben an verschiedenen Stellen die Temperatur gemessen. Im Schatten war es 31 Grad warm. In der Sonne war es 44 Grad warm.
An der Mainzer-Tor-Anlage war der Unterschied sehr groß. Im Schatten unter Bäumen war es 28,5 Grad. Auf offenem Boden war es 45,5 Grad.
Am Europaplatz war es im Schatten 32 Grad. In der Sonne waren es 46,5 Grad. Auf dem Burgfeld war es im Schatten 35,5 Grad.
Die Messungen zeigen: Bäume kühlen die Luft. Bäume sind wie eine natürliche Klimaanlage.
Sie spenden Schatten und machen es kühler.
Bäume schützen vor Hitze
Dr. Doris Jensch sagt: Bäume schützen vor Hitze. Wo Bäume Schatten spenden, wird es kühler.
Ohne Schatten wird es schnell zu heiß. Das kann gefährlich sein. Bäume sind wichtig für das Klima in der Stadt.
Stadt-Bäume kühlen durch Schatten und Wasser. Große und alte Bäume sind besonders wichtig.
Junge Bäume können sie nicht sofort ersetzen. Bäume brauchen Platz zum Wachsen. Sie brauchen Wasser und guten Boden.
Aufgaben für die Stadt
Die Grünen sagen: Wir brauchen mehr Bäume in der Stadt.
Wo wenig Schatten ist, müssen neue Bäume gepflanzt werden. Gleichzeitig müssen alte Bäume geschützt werden.
Straßen und Plätze sollen grün und schattig sein. Das hilft gegen Hitze und macht die Stadt schön.
Dr. Michael Vomberg sagt: Junge Bäume müssen groß und gesund werden.
Klimaschutz ist wichtig für die Lebens-Qualität. Es ist keine Luxus-Sache. Es ist Vorsorge für die Zukunft.
Pflanz-Zeit im Herbst
Im Herbst ist eine gute Zeit zum Bäume pflanzen. Viele Bäume wachsen dann gut an.
Die Grünen wollen, dass alle Parteien zustimmen. Stadt-Grün und Baum-Schutz sollen wichtig sein.
Geplante Pflanzungen sollen bald gemacht werden.
Bäume spenden Schatten an heißen Tagen. Sie machen Straßen und Plätze angenehm.
Menschen treffen sich gerne dort. Bäume helfen bei der Klima-Anpassung. Viele Menschen wollen ein lebenswertes Friedberg.
Dr. Doris Jensch sagt: Jeder Baum zählt. Wir müssen Klimaschutz politisch unterstützen. Die Aktion „Es brennt“ zeigt das deutlich.
Viele Menschen setzen sich für die Natur ein. Das gibt Mut für die Zukunft.