Spatenstich Jugendzentrum
Geschrieben von Florian am 19.06.2009 00:00

Artikel der Wetterauer Zeitung vom 19.6.2009

Mitwirkung der Jugend hat hohen Stellenwert

news: Jutz-Spatenstich_WZ18.06.2009.jpg
Alexander Langstrof (Baufirma Minnert), Architekt Bernd Wagner, Andrej Seuss, Bürgermeister Michael Keller, Dr. Olaf Osten, Erster Stadtrat Peter Ziebarth und Ortsvorsteher Norbert Simmer.
Foto Wagner, Wetterauer Zeitung


Friedberg (jw). »Das ist ein großer Tag für die Jugendpolitik der Stadt.« Nicht der Bürgermeister war es, der diese Worte gestern Morgen am Burgfeld sprach, und auch nicht der Kämmerer, sondern der Grünen-Stadtverordnete Andrej Seuss, Vorsitzender des Jugendausschusses und einer der Motoren des neuen Jugendzentrums (Juz). Das soll auf der Wiese am Burgfeld gebaut werden. Die Koalition aus CDU, Grünen und FDP hat dies beschlossen. SPD und UWG lehnen das Projekt ab, hatten auch keine Vertreter zum ersten Spatenstich geschickt.

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Artikel der Wetterauer Zeitung vom 19.6.2009

Mitwirkung der Jugend hat hohen Stellenwert

news: Jutz-Spatenstich_WZ18.06.2009.jpg
Foto Wagner, Wetterauer Zeitung

Friedberg (jw). »Das ist ein großer Tag für die Jugendpolitik der Stadt.« Nicht der Bürgermeister war es, der diese Worte gestern Morgen am Burgfeld sprach, und auch nicht der Kämmerer, sondern der Grünen-Stadtverordnete Andrej Seuss, Vorsitzender des Jugendausschusses und einer der Motoren des neuen Jugendzentrums (Juz). Das soll auf der Wiese am Burgfeld gebaut werden. Die Koalition aus CDU, Grünen und FDP hat dies beschlossen. SPD und UWG lehnen das Projekt ab, hatten auch keine Vertreter zum ersten Spatenstich geschickt.

Michael Keller (SPD) fand eher nüchterne Worte über das Projekt, beschränkte sich auf Angaben zu Grundstücksgröße, energetischer Bauweise und Bauzeit. Was sich wohl damit erklären lässt, dass der Bürgermeister und frühere Jugenddezernent befürchtet, seine Projekte - die dezentrale Jugendarbeit und der Jugendbus, der gestern demonstrativ oder auch dekorativ auf dem Burgfeld stand - könnten auf der Strecke bleiben. Rund 2,3 Millionen Euro macht die Stadt für das Juz locker. Kämmerer Peter Ziebarth (CDU), gerade noch mit dem defizitären Haushalt beschäftigt, versprach eine Vielzahl von Angeboten, welche die Stadtjugendpflege, aber auch die Jugendlichen selbst im neuen Juz anbieten werden. »Die Beteiligung der Jugendlichen hat einen zentralen Stellenwert«, sagte der Jugenddezernent. Im Sommer 2010 soll das Juz eröffnet werden.

Das Jugendzentrum wird direkt im Anschluss an die Skateranlage gebaut. Bagger haben bereits die Baufläche des insgesamt 3500 Quadratmeter großen Grundstücks ausgehoben. 870 Quadratmeter werden nach den Plänen des Architektenbüros Fritzel und Wagner bebaut. Zwei miteinander verbundene Baukörper entstehen: ein zweigeschossiger Bau mit einem Café samt Küche, Gruppenräumen und einer Werkstatt im unteren Geschoss sowie darüber Büros für die Jugendpflege, den Stadtjugendring und die Jugendlichen, die sich um die Mitwirkung bei der Programmgestaltung kümmern, ferner Gruppenräume und schallisolierte Proberäume für Bands. Daran schließt sich im zweiten Baukörper die 175 Quadratmeter große Halle samt Bühne, Technik- und Lagerräumen an. Die Halle kann sowohl für Konzerte, als auch für Bewegungsangebote genutzt werden, beispielsweise für Selbstbehauptungstraining oder Basketball. 150 Sitzplätze fasst der große, zentrale Raum, ohne Bestuhlung passen etwa 250 Besucher rein. Abseits der Wohnbebauung und in Richtung des Gartengeländes der »Grünen Lunge« wird eine Terrasse angelegt. Küche, Café, aber auch der angrenzende Gruppenraum können so nach außen hin geöffnet werden.

Ob die städtische Jugendpflege mit dem vorhandenen Personal auskommt, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Das Konzept, das festlegt, wie die Jugendlichen in die Arbeit des Juz, aber auch in die Gestaltung und Ausstattung des Hauses einbezogen werden, will die Jugendpflege im Sommer vorlegen. »Wir wollen eine Mitwirkung der Jugendlichen, die diesen Namen auch verdient: eine Mitwirkung, die Wirkung hat«, sagte Jugendpfleger Lukas Hölzinger.


Die Jugend wird politisch sozialisiert


Wie der Erste Stadtrat Ziebarth sagte, soll das Juz ein Ort sein, wo sich die Jugend in ihren Stärken entwickeln kann, wo sie Engagement zeigen und Verantwortung übernehmen soll. Diesen Gedanken griff auch Seuss in seiner Ansprache auf. Im Juz werde die Jugend politisch sozialisiert, und vielleicht kann der ein oder andere auf diese Weise für die politische Arbeit im Stadtparlament gewonnen werden. Seuss blickte zurück auf »rund 25 Jahre Diskussion um das Jugendzentrum«, seitdem das Juz in der Bismarckstraße abgerissen wurde, erwähnte die verschiedenen Anläufe, um Ersatz zu schaffen und bedauerte, dass es im Stadtparlament derzeit keinen Konsens in dieser Frage gibt. Die Diskussionen seien teils von »Missgunst und Unterstellungen« geprägt gewesen, der Spatenstich beende diese Diskussionen nun, »ein wichtiges Stadtentwicklungsthema ist damit abgehakt«.

Befragt, ob er sich über den Baubeginn freue, sagte Bürgermeister Keller zur WZ: »Wir wickeln das ordentlich ab.« Natürlich sei es erwünscht, wenn das Juz Jugendliche aus anderen Städten und Gemeinden anziehe. »Für eine Kreisstadt ist das selbstverständlich.«

Wie das neue Haus heißen soll, steht noch nicht fest. Jugendhaus? Jugendbildungsstätte? Jugendfreizeiteinrichtung? Jugend- und Vereinshaus? Oder einfach Juz? Es werden wohl die Jugendlichen selbst sein, die dem Haus einen Namen geben. Schließlich ist Mitbestimmung ausdrücklich erwünscht.

Artikel der Wetterauer Zeitung vom 19.6.2009

Weitere Bilder mit Genehmigung von Dirk Antkowiak
Images: Foto D. Antkowiak-1.jpg
Rede von Andrej Seuss
Spatenstich JUZ